Roberto Mancini kehrt als Italiens Nationaltrainer zurück und entschuldigt sich

Mancinis Rückkehr und Entschuldigung
Roberto Mancini ist als Nationaltrainer Italiens zurückgekehrt und hat sich für seinen früheren Abschied nach Saudi-Arabien und Katar entschuldigt. Der 61-Jährige äußerte in Rom, dass es ihm sehr leid tue, und verglich das Trikot der Nationalmannschaft mit der „Frau des Lebens“, deren Verlust bedeute, etwas falsch gemacht zu haben. Er versprach, die Nationalmannschaft so gut spielen zu lassen, dass ihm die Fans verzeihen.
Mancini sprach bei seiner ersten Pressekonferenz an der Seite von Verbandspräsident Giovanni Malagò über seinen Wechsel. Er erklärte, dass es damals einen Mangel an Kommunikation zwischen ihm und dem damaligen Präsidenten Gabriele Gravina gegeben habe. Er ist überzeugt, dass die Situation anders verlaufen wäre, hätten sie miteinander gesprochen.
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Mancini war bereits von 2018 bis 2023 Nationaltrainer Italiens. In dieser Zeit führte er die Squadra Azzurra zum Gewinn der Europameisterschaft 2021 im Elfmeterschießen gegen England. Zwei Jahre nach diesem Erfolg verabschiedete er sich jedoch nach Saudi-Arabien, was ihm erhebliche Kritik einbrachte. Berichten zufolge soll er dort einen Vierjahresvertrag über 25 Millionen Euro pro Saison unterschrieben haben. Nach etwas mehr als einem Jahr in Saudi-Arabien wechselte er dann zum Verein Al-Sadd nach Katar.
Hintergrund der Krise im italienischen Fußball
Der italienische Fußball befindet sich seit einiger Zeit in einer Krise. Die viermaligen Weltmeister verpassten im Frühjahr zum dritten Mal in Folge die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft. Nach den verpassten Qualifikationen für die Turniere 2018 in Russland und 2022 in Katar, scheiterte Italien auch in einem Entscheidungsspiel zur WM-Qualifikation 2026 an Bosnien-Herzegowina. Dies führte zu einer Zeit, die als „Chaosmonate“ im italienischen Fußballverband FIGC beschrieben wurde.
Nach dem Scheitern in der WM-Qualifikation trat der damalige Nationaltrainer Gennaro Gattuso zurück, und auch der Präsident des FIGC, Gabriele Gravina, legte sein Amt nieder. Die Suche nach einem Nachfolger für den Posten des Commissario Tecnico, wie der Nationaltrainer offiziell genannt wird, gestaltete sich schwierig. Giovanni Malagò wurde im Juni zum Nachfolger von Gravina als Präsident des FIGC gewählt. Malagò, der sich zuvor von 2013 bis 2025 als Chef des Nationalen Olympischen Komitees bewährt hatte, sah sich mit der Herausforderung konfrontiert, den italienischen Fußball wieder auf Kurs zu bringen.
Malagòs Suche nach einem neuen Nationaltrainer war zunächst nicht erfolgreich. Er versuchte, Trainer wie Pep Guardiola und Carlo Ancelotti zu gewinnen, die jedoch beide absagten. Berichten zufolge soll Guardiola zu hohe finanzielle Forderungen gestellt haben, während Ancelotti seinen verlängerten Vertrag als Brasiliens Nationalcoach nicht auflösen wollte. Anschließend fragten Malagò und der neu berufene Technische Direktor Paolo Maldini bei Andrea Pirlo an. Pirlo, der als Spieler die Squadra Azzurra 2006 zum Weltmeistertitel führte, hatte als Trainer bisher weniger Erfolg.
Die Entscheidung gegen Pirlo soll auch politische Gründe gehabt haben, da er als globaler Markenbotschafter eines russischen Sportwetten-Portals fungierte. Dies führte zu der Frage, ob es politisch opportun sei, einem „Exilanten“ mit einem solchen Arbeitgeber den wichtigen Job im italienischen Fußball anzubieten. Ähnliche Überlegungen könnten auch bei Mancini angestellt werden, der nach seinem Engagement in Saudi-Arabien in Katar bei Al-Sadd unter Vertrag stand, einem Land, das als absolutistische Monarchie beschrieben wird.
Das neue Tandem und die bevorstehenden Aufgaben
Nun soll ein neues Tandem aus Roberto Mancini als „Commissario tecnico“ und Claudio Ranieri als „Direttore tecnico“ die Squadra Azzurra aus dem „Jammertal“ führen. Ranieri, der 74 Jahre alt ist, hat in seiner Karriere die halbe Serie A trainiert und Klubs in Italien, England, Frankreich und Spanien zu Meisterschaften und Pokalsiegen geführt. Er war auch Nationaltrainer in Griechenland. Ranieri war zuletzt bei der AS Rom unter Vertrag.
Die erste Bewährungsprobe für das neue Trainerteam steht Ende September an. Italien wird in der Nations League gegen Belgien und die Türkei antreten, gefolgt von einem Spiel gegen Frankreich. Das Auftaktspiel der UEFA Nations League 2026/27 findet am 25. September gegen Belgien im Olympiastadion zu Rom statt.
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Source: welt.de