Rabat: Fifa-Spitze sichert Infantino nach Krisensitzung volle Unterstützung zu

Infantino erhält Rückendeckung
In der marokkanischen Hauptstadt Rabat hat die Führungsspitze des Fußball-Weltverbandes Fifa nach einer Krisensitzung ihre volle Unterstützung für Präsident Gianni Infantino bekundet. Diese Entscheidung wurde in einer Erklärung nach dem Treffen bekannt gegeben. Die anwesenden Mitglieder der Fifa-Geschäftsleitung und der Generalsekretär bekräftigten ihre uneingeschränkte Unterstützung für Infantino, der seit 2016 im Amt ist.
Die Erklärung betonte, dass Infantino der einzige Amtsträger sei, der von den 211 Fifa-Mitgliedsverbänden gewählt wurde. Umgekehrt sprach Infantino auch seinem Generalsekretär Mattias Grafström seine volle Unterstützung aus. Trotz dieser öffentlichen Solidaritätsbekundung hatte Grafström sich zuvor in einer internen Fifa-Mail kritisch geäußert und von einer „traurigen Reihe von Ereignissen“ gesprochen.
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Ein Zeichen der Einigkeit zeigte sich am Mittwochabend, als Grafström und Infantino gemeinsam auf der Tribüne beim Spiel des Africa Cup of Nations der Frauen zwischen Malawi und Sambia saßen. Dies geschah nur einen Tag, nachdem Grafström in einer internen Nachricht an Fifa-Mitarbeiter die Pläne zum Verkauf von Weltmeisterschafts-Rechten als „traurige und tadelnswerte Reihe von Ereignissen“ bezeichnet hatte, die „schwer zu verstehen und zu akzeptieren“ seien.
Kritik und Fehler eingestanden
Die Fifa räumte in ihrer jüngsten Erklärung auch Fehler ein. Es sei nicht beabsichtigt gewesen, dem Fifa-Rat und den Mitgliedsverbänden „das Gefühl zu geben, vom Prozess ausgeschlossen zu sein, und dass der Prozess anders hätte gehandhabt werden sollen“. Diese Einräumung erfolgte im Zusammenhang mit den gescheiterten Plänen zum Verkauf von WM-Rechten an Investoren, die zuvor für Empörung in der Fußballwelt gesorgt hatten.
Obwohl Infantino die Idee der Investorenpläne verwarf, wächst der Widerstand gegen ihn, insbesondere in Europa. Viele Verbände drohten mit einem WM-Boykott, und die Uefa entzog dem Schweizer offiziell das Vertrauen. Allerdings reichen die Gegenstimmen der 55 Uefa-Länder bei insgesamt 211 Fifa-Mitgliedern nicht aus, um den Präsidenten seines Amtes zu entheben. Fifa-Insider prognostizieren daher eine Wiederwahl Infantinos im März.
Mit Blick auf die harsche Kritik stellte der Weltverband klar: „Die Fifa wird keinerlei Angriffe auf ihre Integrität dulden und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um ihren Ruf zu verteidigen.“ Diese Aussage unterstreicht die Entschlossenheit der Organisation, ihren Ruf zu schützen.
Bericht über WM-Finale 2030 dementiert
Zuvor hatte ein Bericht der „Times“ für weiteren Wirbel gesorgt. Die Zeitung berichtete unter Berufung auf eine anonyme Quelle, dass Infantino Marokko die Austragung des WM-Finals 2030 versprochen habe, wenn das Land im Gegenzug seine Unterstützung für den Präsidenten zusichere. Laut dem Bericht sollte das Finale im neuen Hassan-II.-Stadium mit 115.000 Plätzen in Casablanca stattfinden.
Die Fifa dementierte diesen Bericht umgehend. Der Fußball-Weltverband erklärte, es sei „falsch und irreführend zu behaupten, der Fifa-Präsident habe irgendein Versprechen bezüglich der Austragung des Finales der Fifa-Fußball-Weltmeisterschaft 2030 abgegeben.“ Eine Entscheidung über den Austragungsort des Finales werde zu gegebener Zeit getroffen. Die WM 2030 wird gemeinsam von Spanien, Portugal und Marokko ausgerichtet, wobei die ersten drei Spiele in Uruguay, Argentinien und Paraguay stattfinden sollen.
Source: bild.de