Afrikas Fußballverband offen für Infantinos Investoren-Pläne zur WM

Die Confédération Africaine de Football (CAF) hat sich offen für die Investoren-Pläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino gezeigt. Während in Europa, Nord- und Mittelamerika sowie Asien Kritik an den Vorschlägen geäußert wurde, forderte die CAF ihre Mitgliedsverbände auf, die Pläne zu prüfen und sich am Beratungsprozess zu beteiligen. Patrice Motsepe, Präsident des afrikanischen Fußballverbands, hat für die kommende Woche eine Sitzung des Exekutivkomitees einberufen.
In einer Mitteilung betonte die CAF ihr Engagement für den Dialog und die Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedsverbänden, der FIFA und anderen Konföderationen. Ziel sei es, die finanziellen und sonstigen Ressourcen für die Entwicklung des Fußballs in Afrika und weltweit zu stärken. Mit 54 Mitgliedsverbänden verfügt die CAF über einen bedeutenden Stimmenblock innerhalb der FIFA.
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Infantinos Vorschlag und die Reaktionen
Gianni Infantino plant, die Weltmeisterschaft zu privatisieren, indem ein Teil der kommerziellen Rechte an einen Investor verkauft wird. Die Erlöse sollen sich auf etwas mehr als vier Milliarden US-Dollar belaufen. Ein neu zu gründendes FIFA-Tochterunternehmen namens „FIFA Forward Enterprise“ (FFE) soll alle kommerziellen Rechte und die Turnierorganisation bündeln. Investoren könnten 20 bis 30 Prozent der Anteile erwerben, während die FIFA einen Mehrheitsanteil von über 50 Prozent behalten würde. Rund 20 Prozent der Erlöse sollen an die 211 Mitgliedsverbände verteilt werden.
Infantino selbst hat seine Pläne als Vorschlag und Chance, nicht als Zwang, bezeichnet. Er erklärte in einem Video, dass die FFE nur dann eine Tochtergesellschaft der FIFA würde, wenn der Vorschlag von der Mehrheit der Mitgliedsverbände und dem FIFA-Rat angenommen wird. Medienberichten zufolge hat der FIFA-Boss den Verbänden eine Frist bis zum 19. September gesetzt, um den Plänen zuzustimmen.
Die UEFA hat sich kritisch zu den Plänen geäußert und ein Dringlichkeitstreffen ihrer Mitgliedsverbände einberufen. Sie sieht in dem Vorgehen eine Überschreitung von Grenzen, die führende Institutionen des Fußballs nicht überschreiten sollten. Die UEFA betonte, dass die Seele und Führung des Fußballs keine Vermögenswerte seien, mit denen gehandelt werden dürfe, insbesondere wenn die finanziellen Begünstigten intransparent blieben.
Laut Berichten von „Times“, „Telegraph“ und „Financial Times“ sollen bereits vorläufige Vereinbarungen über die Bedingungen eines Deals unterzeichnet worden sein, der einen Wert von umgerechnet mehr als 17 Milliarden Euro haben könnte. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump sei bezüglich des Plans bereits konsultiert worden. Unterstützung erhält die FIFA bei ihrem Vorhaben von der Bank JPMorgan und Joshua Kushner, dem Gründer von Thrive Capital.
Finanzielle Anreize und politische Dimension
Die FIFA plant den Verkauf von Minderheitsanteilen von 20 bis 30 Prozent an einem neuen kommerziellen Unternehmen, das künftig die WM und Klub-WM kontrollieren und 20 Milliarden Dollar wert sein soll. Die Mittel für die 211 Mitgliedsverbände könnten sich durch den Verkauf laut FIFA mehr als verdoppeln. Von derzeit acht Millionen US-Dollar pro Vierjahres-Zyklus könnte der Betrag demnach zunächst auf 20 Millionen und bis 2038 auf bis zu 24 Millionen US-Dollar steigen. Im Zuge des Ultimatums ist sogar von 40 Millionen die Rede.
Diese zusätzlichen Einnahmen könnten Infantino helfen, seine Position als FIFA-Präsident weiter zu stärken. Die WM 2026 war bereits finanziell ein Erfolg, der die Erwartungen übertroffen hat. Infantino könnte dadurch noch mehr Geld an die nationalen Verbände weiterleiten und sich so deren Gunst für die kommende Wahl im März 2027 sichern. Mehr als 200 Verbände sollen bereits ein Unterstützungsschreiben für die Wiederwahl des Schweizers unterzeichnet haben.


Die FIFA sprach von einem laufenden „Konsultationsprozess“ infolge eines Vorschlags, der darauf abzielt, „das volle wirtschaftliche Potenzial der Übertragungsrechte und Sponsoringverträge über das gesamte Turnierportfolio im Männer-, Frauen- und Jugendfußball auszuschöpfen“. Der tschechische Verbandschef David Trunda steht den Plänen offen gegenüber und sieht Vorteile für den tschechischen Fußball.
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Source: bild.de