Vollering siegt auf der 5. Etappe der Tour de France Femmes, Niedermaier rückt vor

5. Etappe der Tour de France Femmes: Vollering siegt und Niedermaier glänzt

Auf der anspruchsvollen 5. Etappe der Tour de France Femmes sicherte sich Demi Vollering (FDJ United-Suez) den Tagessieg. Die Niederländerin beendete das Rennen nach 3:53:54 Stunden und festigte damit ihre Position als Topfavoritin. Knapp hinter ihr kamen Marlen Reusser (Movistar), die das Gelbe Trikot trägt, und Kasia Niewiadoma-Phinney (Canyon/Sram) ins Ziel.

Antonia Niedermaier (Canyon/Sram) zeigte eine starke Leistung und erreichte das Ziel als Sechste mit 45 Sekunden Rückstand. Die 23-jährige Fahrerin aus Rosenheim prägte das Rennen lange Zeit in einer Ausreißergruppe und verbesserte sich in der Gesamtwertung auf den vierten Platz. Zudem übernahm Niedermaier das Weiße Trikot als beste Nachwuchsfahrerin.

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Vollerings Triumph und Niedermaiers Aufstieg

Die 5. Etappe führte über 140 Kilometer von Macon nach Belleville-en-Beaujolais durch das Zentralmassiv im südlichen Frankreich. Die Strecke umfasste acht Anstiege und insgesamt 2.850 Höhenmeter, was die Bergfahrerinnen besonders forderte. Demi Vollering lobte die Teamleistung nach ihrem Sieg: „Es war einfach ein tolles Rennen, weil jede einzelne Fahrerin aus dem Team ihren Teil dazu beigetragen hat.“

Antonia Niedermaier beschrieb den Tag als „super hart, aber auch schön“. Ihr früher Vorstoß in die Ausreißergruppe war nicht geplant, erwies sich jedoch als vorteilhaft für ihr Team. Zwischenzeitlich lag Niedermaier virtuell sogar im Gelben Trikot, nachdem sie sich mit einer Ausreißergruppe von 19 Fahrerinnen rund 85 Kilometer vor dem Ziel abgesetzt hatte. In dieser Gruppe befanden sich auch die deutsche Meisterin Franziska Koch und die ehemalige Tour-Etappensiegerin Liane Lippert.

Demi Vollering jubelt im Ziel der 5. Etappe in Belleville-en-Beaujolais
Demi Vollering jubelt im Ziel der 5. Etappe in Belleville-en-Beaujolais Credit: sportschau.de

Der Vorsprung der Ausreißergruppe betrug zeitweise fast zwei Minuten. Die Teams von Reusser und Vollering erhöhten jedoch das Tempo im Hauptfeld, was etwa 22 Kilometer vor dem Ziel zum Zusammenschluss führte. Die Vorentscheidung fiel am letzten Anstieg der zweiten Kategorie, zehn Kilometer vor dem Ziel. Vollering initiierte mehrere Attacken, denen nur Reusser und Niewiadoma-Phinney folgen konnten.

Im Schlusssprint startete Niewiadoma-Phinney eine Offensive, wurde jedoch kurz vor der Ziellinie eingeholt. Rolf Aldag, Sportlicher Leiter des deutschen Teams Canyon/Sram, kommentierte die Attacke als „sehr spontan“ und „beeindruckend“. Vollering selbst erklärte, sie habe versucht, Reusser arbeiten zu lassen, musste dann aber selbst angreifen, als Reusser zögerte. Sie schaffte es, Niewiadoma-Phinney auf den letzten Metern zu überholen und Reusser auf Distanz zu halten.

Gesamtwertung und weitere Entwicklungen

In der Gesamtwertung konnte Marlen Reusser das Gelbe Trikot verteidigen. Sie führt nun mit einem Vorsprung von zwölf Sekunden vor Demi Vollering und 1:17 Minuten vor Kasia Niewiadoma-Phinney. Antonia Niedermaier liegt mit einem Rückstand von 2:40 Minuten auf dem vierten Gesamtrang, was ihr weiterhin Chancen auf einen Podiumsplatz eröffnet.

Rasanter Aufstieg: Beim Giro belegte Niedermaier in diesem Jahr den zweiten Platz.
Rasanter Aufstieg: Beim Giro belegte Niedermaier in diesem Jahr den zweiten Platz. Credit: faz.net

Für die Titelverteidigerin Pauline Ferrand-Prévot (Visma – Lease a bike) gab es einen Rückschlag. Sie konnte am vorletzten Anstieg nicht mehr mit den Favoritinnen mithalten und kam als 19. mit 2:35 Minuten Rückstand ins Ziel. Bereits im Zeitfahren am Vortag hatte sie Zeit verloren. Auch Anna van der Breggen (SD Worx-Protime), eine weitere Mitfavoritin, verlor viel Zeit und hat nun 4:04 Minuten Rückstand auf die Spitze.

Die Heidelbergerin Hannah Ludwig (Cofidis) war aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr am Start der Etappe. Die Tour de France Femmes wird am Donnerstag mit der sechsten Etappe fortgesetzt, die von Montbrison nach Tournon-sur-Rhone führt. Diese Etappe über 153,4 Kilometer beinhaltet sechs Anstiege, von denen vier auf den ersten 68 Kilometern liegen und somit weitere Ausreißversuche begünstigen könnten.

Am Freitag steht dann die Kletterpartie zum Mont Ventoux an, bevor das Finale der Frauen-Tour am Sonntag in Nizza stattfindet.

Source: sportschau.de

Jan Fuchs ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.