Internationale Kritik an Infantinos Plänen zum WM-Verkauf

Pressestimmen zum Infantino-Skandal: „Größte existenzielle Bedrohung für den Fußball“ - BILD

Infantinos Pläne und die internationale Reaktion

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat mit seinen Plänen, Anteile an den kommerziellen Rechten der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, eine Welle der Empörung ausgelöst. Berichten zufolge sollen bereits Verbindungen zum Umfeld von US-Präsident Donald Trump bestehen. Die britische Zeitung „Independent“ bezeichnete den Plan als die „größte existenzielle Bedrohung für den Fußball aller Zeiten“. Auch andere internationale Medien äußerten sich kritisch. Die französische „L’Équipe“ wies darauf hin, dass Infantino nur neun Tage nach dem Ende der WM 2026 diese Pläne vorantreibe, um die Einnahmen der FIFA zu steigern und möglicherweise auch seine eigenen.

Die „The Sun“ sprach von einer „Welt des Schmerzes“ und einem „schamlosen Verkauf der Weltmeisterschaft“, während die UEFA wütend Kritik übte. Der „Guardian“ fragte, ob die FIFA den Volkssport verkaufe, auch wenn es sich nur um einen „nicht-kontrollierenden“ Anteil handele. In Deutschland sprach „ntv“ von der Suche nach „sprudelnden Geldquellen“ und einem „völligen Ausverkauf des Fußballs an Investoren“. „t-online“ zitierte UEFA-Insider, die von einer „Atombombe“ sprachen und warnte vor dem Verkauf der „Seele“ des Spiels.

Casino Boni

1
Winbeatz
5.0/5

100% bis zu 500€ + 200 Freispiele

  • Willkommenspaket bis zu 1.500€
  • 10% wöchentliches Cashback
2
Thor Fortune
5.0/5

100% bis zu 750€ + 150 Freispiele

  • Bis zu 2.000€ auf die ersten 3 Einzahlungen
  • 25% Reload-Bonus jeden Montag
3
Roulettino
5.0/5

150% bis zu 300€ + 100 Freispiele

  • Willkommensbonus bis zu 1.000€
  • 50 Freispiele jeden Freitag

Alle Casino-Boni →

Die italienische „Gazzetta dello Sport“ berichtete von Chaos im Fußball, während die spanische „Marca“ befürchtete, dass Infantinos Pläne eine „Bombe für den Fußball platzen lassen“ könnten. Die „Krone“ aus Österreich erwähnte die Drohung eines Mega-Boykotts, und „NRK“ aus Norwegen sah darin das Ende der FIFA, wie man sie kenne, als Teil eines Größenwahns.

Details der Verkaufspläne und mögliche Auswirkungen

Die Pläne sehen vor, dass Anteile an den kommerziellen Aktivitäten der kommenden WM-Turniere, einschließlich der Männer-, Frauen- und Klub-WM, an einen privaten Investor veräußert werden sollen. Eine neu zu gründende Tochtergesellschaft namens FIFA Forward Enterprise (FFE) würde diese Rechte bündeln. Laut Berichten der „Times“ könnte der Wert des FFE zunächst auf insgesamt 20 Milliarden US-Dollar festgelegt werden, wobei private Geldgeber rund 20 Prozent der Anteile erwerben könnten. Die FIFA würde dabei Mehrheitsgesellschafter bleiben und die Kontrolle über den Spielkalender und das Regelwerk behalten.

Ein wesentlicher Bestandteil der Strategie ist die finanzielle Beteiligung der Mitgliedsverbände. Jeder Verband soll bei Zustimmung zu dem Deal sofort 20 Millionen US-Dollar zusätzlich erhalten. Der Betrag pro Vierjahres-Zyklus würde dem Weltverband zufolge von derzeit 8 Millionen US-Dollar auf zunächst 20 Millionen US-Dollar und bis 2035 auf bis zu 24 Millionen US-Dollar steigen. Zusätzlich wäre eine optionale Einmalzahlung in Höhe von 20 Millionen US-Dollar vorgesehen. Infantino betonte, dass damit massiv in die kleinsten und entlegensten Teile der Fußballwelt investiert werden solle, um eine „Demokratisierung des Fußballs weltweit“ zu erreichen.

Die Kritik der UEFA prallt an Infantino ab, auch im Hinblick auf frühere Kontroversen wie die Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun bei der WM, die nach einem Anruf Trumps bei Infantino ausgesetzt worden sein soll. Die UEFA sprach damals von einer „roten Linie“, der jedoch keine Taten folgten. Die künftige Investorengruppe soll von Thrive Capital angeführt werden, einer Investmentgesellschaft von Joshua Kushner, dem Bruder von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von Donald Trump. Ein FIFA-Sprecher bestätigte, dass Thrive die Führung der geplanten Investorengruppe übernehmen werde.

Vergangene Versuche und zukünftige Entscheidungen

Es ist nicht der erste Versuch Infantinos, einen solchen Deal abzuschließen. Bereits 2018 scheiterte ein Investoren-Deal über 25 Milliarden US-Dollar für eine erweiterte Klub-WM und eine weltweite Nations League, da er keine ausreichende Unterstützung innerhalb der FIFA fand. Damals galten die japanische SoftBank sowie der Staatsfonds Saudi-Arabiens als mögliche Geldgeber.

Die Gremien, bestehend aus allen Mitgliedsverbänden und dem FIFA-Rat, in dem auch DFB-Chef Bernd Neuendorf sitzt, müssen den aktuellen Plänen noch zustimmen. Wann dies geschehen soll, ist noch offen. Der nächste Kongress ist für März 2027 in Marokko geplant. Es wird erwartet, dass die Mitgliedsverbände aufgrund der finanziellen Anreize eher zustimmen werden, während die Situation im FIFA-Rat fraglicher ist. Sollte das Modell umgesetzt werden, könnte Infantino nach dem Ende seiner bis 2031 erwarteten letzten Amtszeit als FIFA-Präsident das neue Unternehmen als Commissioner oder Geschäftsführer leiten.

Fussball-Maenner-WM-Eroeffnungsspiel-Mexiko-Suedafrika-Vorrunde-Gruppe-A-Spieltag-1-Mexiko-Stadt-Stadion-Fifa-Praesident-Gianni-Infantino-praesentiert-den-WM-Pokal
Fussball-Maenner-WM-Eroeffnungsspiel-Mexiko-Suedafrika-Vorrunde-Gruppe-A-Spieltag-1-Mexiko-Stadt-Stadion-Fifa-Praesident-Gianni-Infantino-praesentiert-den-WM-Pokal Credit: n-tv.de

Die FIFA arbeitet nach Angaben eines Sprechers bei ihren Plänen mit der Investmentbank JPMorgan zusammen. Ein Vorschlag, der derzeit geprüft wird, soll den 211 Mitgliedsverbänden und dem FIFA-Rat in Kürze vorgelegt werden.

Read Also

Source: bild.de

Jan Fuchs ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.