2. Liga startet in die Saison: Quoten-Krise droht trotz großer Namen

2. Liga: Heute Saison-Start – Darum droht eine Quoten-Krise - BILD

Die 2. Liga beginnt ihre neue Saison mit Herausforderungen für die übertragenden Sender Sky und RTL. Ein potenzieller Rückgang der Zuschauerzahlen wird erwartet, da einige der quotenstärksten Vereine der vergangenen Jahre nicht mehr in der Liga vertreten sind. Trotzdem verspricht die Liga mit traditionsreichen Klubs und regionalen Rivalitäten Spannung.

In der Saison 2025/26 war Schalke 04 der größte Quotenbringer, dessen Spiele durchschnittlich von 405.000 Fans auf Sky verfolgt wurden. Dahinter folgten Hertha mit 285.000 und Nürnberg mit 243.000 Zuschauern. Auch Düsseldorf, mit 230.000 Zuschauern auf Platz vier, ist durch den Abstieg nicht mehr dabei. Von den Absteigern aus der 1. Liga hatte St. Pauli die höchsten Zuschauerzahlen mit durchschnittlich 434.000, während Wolfsburg bei 280.000 und Heidenheim bei 207.000 lagen.

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Die Gesamtzuschauerzahlen der 2. Liga an einem Spieltag auf Sky zeigen die Bedeutung von Top-Teams. Im Jahr 2021/22 sahen insgesamt 1,85 Millionen Fans die Spiele, als Schalke, der HSV und Bremen in der Liga waren. Diese Zahl sank 2022/23 auf 1,56 Millionen, als nur noch der HSV dabei war. 2023/24 stieg der Wert auf 1,94 Millionen mit Schalke und dem HSV, und blieb 2024/25 mit 1,90 Millionen Zuschauern bei Schalke, HSV und Köln recht konstant. 2025/26 ging die Zahl auf 1,77 Millionen zurück, da nur noch Schalke in der 2. Liga spielte.

Senderstrategien und Liga-Attraktivität

Um einem weiteren Rückgang entgegenzuwirken, setzen die Sender auf die Stärken der Liga. Alexander Rösner, Chefredakteur Sport bei RTL, betont die Ausgeglichenheit und die regionalen Rivalitäten der 2. Bundesliga. RTL plant, bei den Samstagabendpartien der ersten sechs Spieltage auf traditionsreiche Begegnungen zu setzen. Dazu gehören Spiele wie Wolfsburg gegen Kaiserslautern am 8. August und FCK gegen Karlsruhe am 15. August.

Weitere ausgewählte Spiele sind Nürnberg gegen Bielefeld am 29. August, Dresden gegen Bochum am 5. September, St. Pauli gegen Wolfsburg am 12. September sowie Dresden gegen Hertha BSC am 19. September. RTL hat hier ein Auswahlrecht für die attraktivste Paarung. Jeder Verein darf jedoch nur achtmal pro Saison am Samstagabend gezeigt werden, und bei Spielen wie Dresden gegen Hertha müssen Sicherheitsbehörden zustimmen.

RTL und Sky kooperieren zudem bei der Übertragung der 2. Liga. Dreimal werden Sky-Konferenzen an Sonntags-Spieltagen parallel im Free-TV auf RTL zu sehen sein. Die Höhepunkte der Spiele werden in den Sportschau-Sendungen der ARD am Freitag um 23.10 Uhr, Samstag um 18.30 Uhr und Sonntag um 19.15 Uhr gezeigt. Das ZDF berichtet samstags um 23 Uhr im Aktuellen Sportstudio. Der Saisonauftakt zwischen Bochum und Hertha BSC wird von Sat.1 und Sky übertragen.

Große Namen und Zuschauerinteresse

Die 2. Liga startet mit großen Namen und ausverkauften Stadien. Hertha BSC ist bereits in ihrer vierten Saison im Unterhaus, während Hannover 96, der 1. FC Nürnberg und der Karlsruher SC seit 2019 dabei sind. Kaiserslautern und Magdeburg gehören seit 2022 wieder zur Liga. Der VfL Wolfsburg ist ein neues Gesicht in dieser Saison, nachdem der Verein zuletzt 1996/97 in der 2. Liga spielte und danach 29 Jahre in der Bundesliga verbrachte. Wolfsburg beginnt seine achte Zweitligasaison auf dem Betzenberg.

Wolfsburg geht mit dem teuersten Kader der Liga als Aufstiegsfavorit in die Saison. Spieler wie Fabian Reese, von Hertha geholt, und Fraser Hornby aus Darmstadt verstärken das Team. Maximilian Arnold bleibt Kapitän, und Christian Eriksen gehört ebenfalls zum Kader. Für den neuen Trainer Tobias Strobl gibt es wenige Gründe, andere Ziele als den direkten Wiederaufstieg auszurufen.

Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass große Namen und hohe Marktwerte in der 2. Liga nicht immer zum Erfolg führen. Der Hamburger SV benötigte nach seinem Abstieg 2018 sieben Anläufe für die Rückkehr, und Schalke brauchte nach dem Abstieg 2023 drei Spielzeiten. Hertha wartet ebenfalls seit drei Jahren auf den Wiederaufstieg.

Credit: web.de

Mit dem FC St. Pauli und dem 1. FC Heidenheim kommen zwei weitere Bundesliga-Absteiger hinzu. Energie Cottbus kehrt nach zwölf Jahren zurück, und der VfL Osnabrück nach zwei. Diese Teams ersetzen unter anderem Schalke, Elversberg, Paderborn, Düsseldorf und Münster. Cottbus, das zwischen 2000 und 2009 sechs Spielzeiten in der Bundesliga verbrachte, erweitert die Liga um eine traditionsreiche Adresse. Hannover 96 spielt sein erstes Zweitliga-Heimspiel seit 2014 in der Lausitz gegen Cottbus.

In der vergangenen Saison wurden knapp 8,7 Millionen Tickets in der 2. Bundesliga verkauft, was einem Schnitt von 28.386 Zuschauern pro Partie entspricht. Dieser Schnitt liegt sogar vor der französischen Ligue 1 und ist der höchste unter allen zweiten Ligen in Europa. Die Nachfrage nach Tickets hält an: Der 1. FC Kaiserslautern hat für die neue Saison 33.827 Dauerkarten verkauft, ein Rekord in der Vereinsgeschichte. Auch in Hannover wurden über 20.000 Dauerkarten verkauft, was den bisherigen Zweitligarekord des Vereins übertrifft.

Standorte wie Osnabrück und Bielefeld verzeichneten ebenfalls eine hohe Nachfrage nach Tickets. Die Erwartungen an Hertha sind in dieser Saison niedriger als im Vorjahr, wobei Geschäftsführer Peter Görlich einen einstelligen Tabellenplatz mit maximaler Ambition nach vorne anstrebt. Der Saisonauftakt der 2. Liga findet am Freitagabend um 20.30 Uhr mit dem Spiel zwischen Bochum und Hertha BSC statt.

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Source: bild.de

Emma Berger ist Sportredakteurin und berichtet über Fußball, Sport und aktuelle Ereignisse.